Nominierungen in der Kategorie Nachwuchspreis

Anastasiya Koshcheeva – Birkenrinde neu entdecken

Immer mehr traditionelle Handwerke geraten in Vergessenheit. Damit gehen ein wertvolles Wissen über Naturmaterialien sowie handwerkliche Fertigkeiten verloren, die über Jahrtausende erarbeitet worden sind. Hinter diesem Wissen stecken enorme ökologische und gesellschaftliche Potentiale, die dadurch fast komplett ungenutzt bleiben. „From Siberia“ beschäftigt sich mit der Frage der Transformation traditionellen Wissens über ein Naturmaterial in den aktuellen Kontext am Beispiel des Birkenrinden-Handwerks. Das Projekt bringt die faszinierenden Eigenschaften des nachwachsenden Rohstoffes erneut zur Geltung und belebt das vom Aussterben bedrohte Handwerk neu. Die vorliegende Arbeit untersucht die Potentiale des schnell nachwachsenden Rohstoffes Birkenrinde und entwickelt anwendungsorientierte Szenarien sowie im regionalen handwerklichen Kontext als auch auf der globalen Rohstoffebene. Basierend auf einer tiefen Recherche sind neuartige und funktionale Produktlösungen entstanden, die für eine zeitgemäße Materialästhetik sorgen und konventionelle Produkte aus der industriellen Fertigung ersetzten. Die anfallenden Reste sollen auch zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden, um eine nahezu abfallfreie Produktion zu ermöglichen.


Dominik Glezer – Ura – Das innovative Türensystem für Mikroapartments

URA – Das innovative Schiebe- / Schwenksystem für Microapartments.

Neue Türen – Jeden Tag sehen und benutzen wir Türen und trotzdem sind sie eine Randerscheinung in unserem Alltag. Türen unterliegen materialästhetisch allen Kriterien, die auch im Möbelbereich Bestand haben. Sie werden aber nicht als Möbel wahrgenommen. Türen sind Raummöbel und stehen im Dialog zu vorhandenen Möbeln. Die Tür kann von verschiedenen Positionen aus geöffnet werden, von daher wurden an dem Türblatt zwei Griffe je Seite konzipiert. Zur Dichtung sind entweder in der Zarge Schleiflippendichtungen, Bürstendichtung oder Absenkdichtungen angedacht. Zum Verschließen der Tür rasten an der Tür links und rechts zwei Riegel in die Zarge und die Türhalterung ein. Bei dem zusätzlichen Angelpunkt werden Radialkugellager verbaut um eine leichtere Handhabung zu garantieren, man könnte auch andenken Axialkugellager zu verwenden, wobei diese eher in dem Hauptangelpunkt verwendet werden, die Alternative dazu wären Scharniere die sich nach beiden Seiten öffnen lassen, dies würde auch einen möglichen Spalt zwischen Zarge und Türaufnahme minimieren. Linearlager würden bei den Satelliten der Führungsschiene des Türblattes zum Einsatz kommen.


Iven Sohmann – Wortschatzkiste – Texthilfe für Gestalter

Die Masterthesis »Wortschatzkiste – Texthilfe für Gestalter« entstand an der FH Potsdam. Im Mittelpunkt standen kurze, kreativsprachliche Aufgaben im Bereich Werbung und Design, die unter dem Oberbegriff der Titelentwicklung zusammengefasst wurden. Die zentrale Fragestellung dabei lautete: »Wie hilft man Gestaltern bei der Titele­ntwicklung?«. Im Theorie- und Rechercheteil der Arbeit wurden hierfür die Grundlagen sprachlicher Kreativität vermittelt und der Begriff des Titels und seine Funktion erklärt. Zahlreiche Headlines und Slogans veranschaulichten die wichtigsten Stilmittel und auch Techniken, Methoden und Hilfsmittel zur Titel­entwicklung wurden umfassend vorgestellt.


George Croissant – Lili

Moderne Interieurs müssen flexibel sein. Ein Beispiel: für ein Abendessen, zu dem mehr Gäste erscheinen als erwartet, schiebt man den Tisch schnell an eine bessere Position im Raum. Oder aber sie möchten im Home Office den Schreibtisch doch lieber näher am Fenster platzieren. Der Lounge Chair wird kurzerhand in eine andere Ecke gestellt. Aber die Deckenbeleuchtung? Die wird für gewöhnlich beim Einzug montiert und erst beim Auszug abgebaut. Lili ist anders. Man muss sich nicht mit einer schlechten Lichtsituation arrangieren. Lili passt sich ihren Bedürfnissen an und die Verschiebung ist so schnell und unkompliziert ausgeführt, wie die Betätigung eines Lichtschalters. Sie ziehen das Licht einfach genau dorthin, wo sie es brauchen – und zwar rein mechanisch.


Susanne Laser – kein Hawaii – Pilgern durch das Havelland

Längst gibt es Reisetrends, die das sinnleere Abklappern von Aussichtspunkten, Souvenirs-Shops, All-inklusive Sonnenbad und Busausflügen ablehnen. Susanne Laser ist seit 2011 selbst auf verschiedenen Abschnitten des Jakobsweges durch Deutschland und Spanien unterwegs gewesen und hat eine Alpenüberquerung unternommen. Das Paradies reicht nicht, um Sie von Großstadt, Leistungsdruck und Zweifeln zu erholen. Doch obwohl die moderne Reisekultur nach Einsamkeit, Extremlandschaft und dem Unplanbaren fragt, findet man keine Entsprechung in der Reiseabteilung von Dussmann. »kein Hawaii« hingegen vermittelt das Reisen als Kunstfertigkeit indem Landschaftsästhetik, Ritualforschung, Theologie, Kognitivwissenschaften, Mythologie und Heimatbegriff vereint. Es lässt sich gleichermaßen zur Vorbereitung als Reiseprosa lesen, unterwegs als Reiseführer, von der Couch aus als Gedankenreise oder auf einer ganz anderen Reise als Fachlektüre.